Die britischen Auto- und Transporterhersteller haben ihre Verkaufsziele für Elektrofahrzeuge (EV) im Jahr 2024 im Rahmen des neuen Zero Emission Vehicle (ZEV)-Mandats übertroffen, allerdings nicht ohne stark auf Finanzschlupflöcher und Kreditprogramme zurückzugreifen. Die Daten des Ministeriums für Verkehr (DfT) zeigen, dass die Direktverkäufe von Elektrofahrzeugen zwar anfangs hinter den Erwartungen zurückblieben, branchenweite Strategien, die den Handel mit CO2-Gutschriften und die zukünftige Kreditaufnahme beinhalteten, es den Automobilherstellern jedoch ermöglichten, die vorgeschriebenen Schwellenwerte einzuhalten – und sogar zu übertreffen.
Ausbeutung des EV-Credit-Systems
Insgesamt erreichte die Branche einen EV-Mix von 24,1 % und übertraf damit das Ziel von 22 %, vor allem durch das Vehicle Emissions Trading Scheme (VETS). Die Hersteller erzielten zusätzliche 4,7 % durch CO2-Gutschriften und beteiligten sich an einem umfangreichen Kredithandel im Rahmen des Car Registration Trading Scheme (CRTS). Ungefähr 39.000 Zertifikate, was 2,1 % des Gesamtmarktes entspricht, wurden zu einem durchschnittlichen Preis von 4.000 £ pro Stück gehandelt – deutlich weniger als die potenzielle Geldstrafe von 12.000 £ pro Auto bei Nichteinhaltung. Einige Unternehmen haben sogar 1,2 % der Zulassungen „vorausgeliehen“, um Strafen zu vermeiden, was den tatsächlichen Verkauf von Elektrofahrzeugen effektiv verzögert und gleichzeitig die kurzfristigen Ziele erreicht.
Van-Marktdynamik
Der Transportermarkt folgte einem ähnlichen Muster: Nur 6,8 % der neuen leichten Nutzfahrzeuge waren elektrisch, erreichten aber durch CO2-Reduktionen einen Anteil von 12,0 %. Transporterhersteller haben 0,2 % der künftigen Zulassungen per Termin ausgeliehen. Der Handel im Transportersektor war minimal (es wurden nur 200 Credits gehandelt), was wahrscheinlich auf höhere Bußgelder (15.000 £ pro Fahrzeug) zurückzuführen ist, die Unternehmen dazu verleiten, Kredite auf Bankkonto zu legen, anstatt sie zu verkaufen.
Branchenrückgang und Zukunftsaussichten
Autohersteller haben sich aktiv für eine Lockerung der Ziele eingesetzt und argumentiert, dass die Kosten für die Einhaltung – die für 2024–2025 auf über 10 Milliarden Pfund geschätzt werden – nicht tragbar seien. Die Society of Motor Manufacturers and Traders (SMMT) hat sich lautstark über die finanzielle Belastung geäußert, die durch die künstlich steigende Nachfrage nach Elektrofahrzeugen durch Preisnachlässe entsteht.
Die Regierung wird das ZEV-Mandat voraussichtlich überprüfen und die Ergebnisse im Jahr 2027 erwarten, wird die Leistung im Jahr 2024 jedoch wahrscheinlich als Bestätigung des Systems betrachten. Der Widerstand der Branche ist jedoch weiterhin groß, da die Automobilhersteller die langfristige Rentabilität des stark subventionierten Verkaufs von Elektrofahrzeugen in Frage stellen. Die jüngsten Überarbeitungen des ZEV-Mandats (Senkung der Bußgelder auf 12.000 £ und Ermöglichung des Cross-Trading zwischen Autos und Transportern) deuten auf eine mögliche Lockerung der Vorschriften hin, da Kredite nun bis 2029 bankfähig sind.
Die Zahlen für 2024 zeigen, dass Autohersteller zwar die Vorgaben für Elektrofahrzeuge durch Finanzmanipulation erfüllen können, das System jedoch auf nicht nachhaltigen Preisnachlässen und Kredithandel und nicht auf organischer Nachfrage beruht. Dies wirft Fragen hinsichtlich der langfristigen Wirksamkeit des ZEV-Mandats bei der Förderung einer echten Einführung von Elektrofahrzeugen auf.






























