Mercedes-Benz treibt die Automobilinnovation mit der Steer-by-Wire-Technologie voran, die in einem aktualisierten EQS-Modell erstmals vorgestellt wird. Dieses System entfernt die mechanische Verbindung zwischen Lenkrad und Rädern und ersetzt sie durch eine vollständig elektronische Verbindung. Obwohl diese Technologie scheinbar futuristisch erscheint, kommt sie bereits in Serienfahrzeugen anderer Hersteller zum Einsatz, darunter Lexus, Tesla und Nio.
So funktioniert Steer-by-Wire
Steer-by-Wire nutzt Elektromotoren sowohl in der Lenksäule als auch im Fahrzeugchassis, um Fahrereingaben in Radbewegungen umzusetzen. Mercedes-Ingenieure legen Wert auf eingebaute Redundanzsysteme, um die Lenkfunktionalität unter allen Bedingungen zu gewährleisten. Der Schritt stellt einen bedeutenden Wandel gegenüber den frühesten Lenkungskonstruktionen dar – Mercedes begann vor über einem Jahrhundert mit Deichselgriffen am ursprünglichen Benz-Patent-Motorwagen.
Das Joch testen: Ein neues Fahrerlebnis
Mercedes hat beim EQS zunächst Steer-by-Wire mit einem Lenkrad im Yoke-Stil kombiniert. Das Unternehmen gibt an, dass dies die Sichtbarkeit der digitalen Instrumententafel verbessert und mehr Platz in der Kabine bietet. Obwohl die Änderung bei einem großen Fahrzeug wie dem EQS keine transformative Wirkung hat, könnte sie bei kleineren Fahrzeugen größere Auswirkungen haben. Ingenieure schlagen sogar vor, dass das Joch an einer beliebigen Stelle in der Kabine positioniert werden könnte, was radikale Sitzanordnungen ermöglicht.
Das System vermeidet die unangenehmen Lenkübersetzungen, die bei manchen Konkurrenten wie Tesla auftreten, und sorgt für ein bemerkenswert reaktionsschnelles Fahrverhalten. In Kombination mit der 10-Grad-Hinterradlenkung erreicht der EQS einen unglaublich engen Wendekreis – in ersten Tests unter 11 Meter. Nach kurzen Tests stellten die Fahrer fest, dass das Steer-by-Wire-System natürlicher wirkte. Das serienmäßige Rundrad fühlte sich im Vergleich dazu unbeholfen an.
Zukunftspläne: Jenseits von Elektrofahrzeugen
Mercedes plant, nach der Veröffentlichung des überarbeiteten EQS Steer-by-Wire einzuführen. Aufgrund der vorhandenen elektronischen Architektur eignet sich die Technologie am besten für Elektrofahrzeuge, Ingenieure bestätigen jedoch, dass Tests an Verbrennungsmotoren möglich sind. Das System könnte Platz im Motorraum für zukünftige Designänderungen schaffen.
Es gibt sogar Diskussionen über die Implementierung von Steer-by-Wire in den Performance-Modellen von Mercedes-AMG. Ingenieure berichten, dass das Joch das Driften vereinfacht und weniger Lenkeinstellungen bei minimaler Selbstzentrierung erfordert. Dies deutet darauf hin, dass die Technologie in naher Zukunft in Hochleistungsfahrzeugen zum Einsatz kommen könnte.
Mercedes bringt nicht nur Innovationen in die Lenkung; Sie erfinden die Benutzeroberfläche des Fahrers völlig neu. Dies könnte die Art und Weise, wie wir mit Fahrzeugen interagieren, in den kommenden Jahren neu definieren.
Die Entwicklung der Steer-by-Wire-Technologie markiert einen klaren Schritt in eine digitalere und flexiblere Automobilzukunft.






























