Gorden Wagener, ehemaliger Chief Design Officer von Mercedes, stellte kürzlich ein bisher unveröffentlichtes Konzeptauto vor – eine moderne Neuinterpretation des legendären Mercedes 300 SEL 6.8 AMG von 1971 mit dem Spitznamen „Rotes Schwein“. Diese in den sozialen Medien veröffentlichte Enthüllung bietet einen Einblick in eine Designstudie, die jahrelang in den Archiven des Unternehmens verborgen blieb.
Das Erbe des „Roten Schweins“
Das ursprüngliche „Rote Schwein“ hat eine bedeutende historische Bedeutung. Es handelte sich um eine Rennlimousine, die fast drei Jahrzehnte älter war als die vollständige Übernahme von AMG durch Mercedes und damit im Jahr 1971 die Geschichte der Performance-Abteilung begründete. Der unwahrscheinliche Erfolg des Wagens, der sich einen Klassensieg sicherte und beim 24-Stunden-Rennen von Spa gegen die schwächere Konkurrenz den zweiten Gesamtrang belegte, begründete den frühen Ruf von AMG.
Das ist wichtig, weil: Das „Rote Schwein“ einen entscheidenden Moment in der Automobilgeschichte darstellt und zeigt, dass Leistung und Luxus sich nicht ausschließen. Es legte den Grundstein für die spätere Integration von AMG in Mercedes und prägte das High-Performance-Image, das die Marke heute trägt.
Designdetails: Retro trifft auf Moderne
Das Konzept verbindet klassische Mercedes-Proportionen mit zeitgenössischen Designelementen. Ein markanter Chromgrill – der an den neuen GLC EQ erinnert – dominiert die Front, flankiert von vertikal angeordneten Scheinwerfern und tief angebrachten LED-Ringen. Die Karosserie verfügt über aerodynamische Merkmale, die von aktuellen Mercedes- und AMG-Konzepten inspiriert sind, behält aber gleichzeitig Stilmerkmale des Originals bei: einen Vintage-Splitter, eine Rennlackierung und Fünfspeichenräder mit AMG-Logo.
Das Heck verfügt über durchgehende LED-Rückleuchten, die mit LED-Ringen am Diffusor integriert sind. Aus bestimmten Blickwinkeln erinnert es an eine sportlichere Interpretation des einmaligen Mercedes-Benz S600 Royale – einer weiteren ungewöhnlichen Sonderanfertigung von Mercedes.
Technische Einschränkungen? Kein Problem.
Obwohl das Konzept optisch beeindruckend ist, ist es unwahrscheinlich, dass es in Produktion geht. Es gibt keine technischen Spezifikationen oder Details zum Antriebsstrang, da es sich um eine reine Designstudie handelte, die frei von den üblichen technischen Einschränkungen war.
Die ursprüngliche „Rote Sau“ war kein Scherz: Sein 6,8-Liter-V8 leistete 428 PS und trieb die 1.635 kg schwere Limousine auf eine Höchstgeschwindigkeit von 265 km/h.
Was bedeutet das?
Die Entscheidung von Mercedes, dieses Konzept jetzt vorzustellen – über Wageners persönliche Kanäle und nicht durch eine offizielle Ankündigung – lässt darauf schließen, dass es nie für den öffentlichen Konsum gedacht war. Dies bestärkt die Idee, dass das Design eher eine private Erkundung des AMG-Erbes als eine Vorschau auf zukünftige Modelle war. Das „Red Pig“-Konzept erinnert an die Rennsportwurzeln von AMG, ein Vermächtnis, das bis heute die Identität der Marke prägt.
Die Enthüllung ist eine symbolische Geste, die die Tiefe der Designforschung bei Mercedes hervorhebt – und vielleicht eine letzte Aussage von Wagener vor seinem Rücktritt von seiner Rolle.




























