Die Elektrolimousine von BMW, der i4, bleibt eine überzeugende Option auf dem sich schnell entwickelnden Elektrofahrzeugmarkt, obwohl es ihn mittlerweile nur noch in einer einzigen, stromlinienförmigen Variante gibt. Während neuere Modelle am Horizont auftauchen, bietet der 2026 i4 eDrive35 ein ausgewogenes Verhältnis von Leistung, Praktikabilität und Premium-Funktionen zu einem wettbewerbsfähigen Preis – steht jedoch vor Herausforderungen in Bezug auf Reichweite und Innenausstattung.
The Pruned Lineup: Warum weniger mehr ist
BMW hat die i4-Reihe für 2026 vereinfacht und behält nur das Basismodell eDrive35 bei. Diese Entscheidung spiegelt Verkaufsdaten wider, bei denen die Einstiegsausstattung 75 % aller i4-Käufe seit 2023 ausmachte. Dieser Schritt signalisiert BMWs Fokus auf Effizienz: Warum Optionen beibehalten, die sich nicht verkaufen? Dies bedeutet jedoch auch, dass Käufer nur begrenzte Auswahlmöglichkeiten haben, während BMW sich auf die nächste Generation von Elektrofahrzeugen der „Neuen Klasse“ vorbereitet.
Der eDrive35 kostet jetzt 88.900 US-Dollar, bevor er auf die Straße kommt, was einer Steigerung von 3.000 US-Dollar gegenüber Anfang 2025 entspricht. Trotz der Preiserhöhung bleibt er unter dem Schwellenwert der Luxusautosteuer und hat Anspruch auf Steuerbefreiungen für Nebenleistungen – Vorteile für Flottenkäufer.
Wettbewerb: Reichweite und Wert im Mix
Zu den Konkurrenten des i4 gehört der Volvo ES90 Plus Single Motor, der zu einem ähnlichen Preis (88.880 US-Dollar) mehr Reichweite (550 km+) bietet. Erschwinglichere Optionen wie der MG IM5 Platinum RWD (69.990 $ wegfahrbar) und der Tesla Model 3 Premium Long Range RWD (61.900 $) bieten deutlich größere Reichweiten (655 km bzw. 750 km). Der Polestar 4 Long Range Single Motor Plus (86.500 US-Dollar) ist ein weiterer Konkurrent mit einer Reichweite von 620 km.
Es wird erwartet, dass der kommende Neue Klasse i3 von BMW den i4 in puncto Reichweite (über 800 km) übertrifft und gleichzeitig preislich konkurrenzfähig bleibt, was den i4 möglicherweise bald überflüssig machen wird.
Innenraum: Ein Schritt nach unten im Premium-Gefühl
Der Kabine des i4 fehlt der erwartete BMW-Luxus, insbesondere für ein Einstiegsmodell. Hartplastik dominiert das Armaturenbrett und die Türverkleidungen und beeinträchtigt das Premium-Erlebnis. Die Innenausstattung aus Schwarz/Aluminium wirkt eintönig, es sind jedoch Optionen in Cognac/dunklem Holz erhältlich.
Im Innenraum dominieren zwei Bildschirme: ein 12,3-Zoll-Instrumentendisplay und ein 14,9-Zoll-Touchscreen. Das Infotainmentsystem ist funktionsreich, aber komplex und verbirgt wichtige Einstellungen in Menüs. Die Konnektivität für drahtlose Telefone ist Standard, aber das kabellose Ladegerät wird aufgrund schlechter Belüftung heiß.
Die Ergonomie ist typisch BMW: Das Lenkrad ist groß und mit Leder umwickelt, während die Sitze guten Halt bieten, aber nicht gepolstert sind. Der Stauraum ist ausreichend, die Kopf- und Beinfreiheit im Fond ist jedoch begrenzt. Die plastische Oberfläche erstreckt sich bis zu den Rücksitzen und untergräbt den erstklassigen Eindruck.
Das Liftback-Design bietet einen großzügigen 470-Liter-Kofferraum, der den Toyota Camry in puncto Benutzerfreundlichkeit trotz eines geringeren Fassungsvermögens auf dem Papier deutlich übertrifft. Es gibt keinen Stauraum unter der Motorhaube, was angesichts des leeren Raums unter der Abdeckung ein Versehen ist.
Fahrerlebnis: Kompetent, nicht aufregend
Der i4 eDrive35 bietet ein sanftes, leises Fahrerlebnis mit 210 kW Leistung und 400 Nm Drehmoment. Trotz der M-Emblems handelt es sich nicht um eine Sportlimousine. Das Auto zeichnet sich durch Komfort und Berechenbarkeit aus und ist somit ideal für den täglichen Pendelverkehr.
Die Fahrqualität ist gut, die Federung absorbiert Stöße effektiv. Die Körperbeherrschung ist solide, die Lenkung ist jedoch leichtgängig. Der Sportmodus strafft das Fahrwerk und lockert die Traktionskontrolle, sodass ein kontrollierter Hinterradschlupf möglich ist.
Das regenerative Bremsen ist einstellbar, mit einem „Adaptiv“-Modus, der Radar verwendet, um einen konstanten Folgeabstand aufrechtzuerhalten – auch wenn es gewöhnungsbedürftig ist.
Allerdings ist die Reichweite des i4 (rund 370 km im Praxistest) seine größte Schwäche. Es liegt hinter Konkurrenten wie dem Tesla Model 3 zurück, das mit einer einzigen Ladung über 500 km zurücklegt. Die kommenden Elektrofahrzeuge der Neuen Klasse von BMW versprechen eine Reichweite von über 800 km, was die Attraktivität des i4 weiter verringert.
Endgültiges Urteil
Der BMW i4 eDrive35 2026 ist eine leistungsstarke Elektrolimousine, die ein komfortables und kultiviertes Fahrerlebnis bietet. Es bietet ein ausgewogenes Verhältnis von Leistung, Funktionalität und Premium-Funktionen zu einem wettbewerbsfähigen Preis. Seine begrenzte Auswahl und die etwas enttäuschenden Innenmaterialien verhindern jedoch, dass er sich auf dem überfüllten Markt von der Masse abhebt. Angesichts der bevorstehenden Neuen-Klasse-Modelle von BMW bleibt die langfristige Relevanz des i4 ungewiss.






























