BYD führt die Untermarke „Linghui“ ein, um Ride-Hailing-Modelle zu trennen

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Der chinesische Elektrofahrzeugriese BYD führt mit Linghui eine neue Untermarke ein, um seine Ride-Hailing-Fahrzeuge von seinem verbraucherorientierten Sortiment abzugrenzen. Aktuelle Einreichungen beim chinesischen Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) bestätigen die Markteinführung, komplett mit einem neuen Logo und vier ersten Modellen: Linghui e5, e7, e9 und M9. Dieser Schritt ist eine direkte Reaktion darauf, dass Fahrzeugmarken stigmatisiert werden, wenn sie häufig in Flotten von Mitfahrdiensten eingesetzt werden, da sich die Wahrnehmung der Verbraucher hin zu niedrigeren Werten verschiebt.

Linghui-Modellpalette: Nutzung bestehender Plattformen

Die Marke Linghui steht nicht für völlig neue Fahrzeuge; Vielmehr werden bestehende BYD-Modelle unter einer separaten Identität neu verpackt. Dieser Ansatz ermöglicht es BYD, sein Kernmarkenimage beizubehalten und gleichzeitig den volumenstarken, kostensensiblen Ride-Hailing-Markt zu bedienen.

Hier ist eine Aufschlüsselung der ersten Angebote:

  • Linghui e9 : Diese vollelektrische Limousine basiert auf dem BYD Han, ist 4995 mm lang und bietet zwei Motoroptionen: 135 kW (181 PS) oder 150 kW (201 PS).
  • Linghui e7 : Der e7 basiert auf vorhandenen BYD-Plattformen, ist 4780 mm lang und bietet Motorkonfigurationen mit 100 kW (134 PS) oder 130 kW.
  • Linghui e5 : Dieses vom BYD Qin Plus EV abgeleitete kompakte Modell misst 4805 mm und liefert 100 kW (134 PS) mit einem einzigen Elektromotor.
  • Linghui M9 : Der größte der Modellreihe, basierend auf dem BYD Xia, ist der M9 ein Plug-in-Hybrid, der einen 1,5-Liter-Motor mit einem Elektromotor für eine Gesamtleistung von 200 kW (268 PS) kombiniert.

Das Ride-Hailing-Stigma: Warum Marken Flotten trennen

Die Entscheidung, Linghui zu gründen, resultiert aus einem klaren Markttrend: Fahrzeuge, die häufig bei Fahrdiensten genutzt werden, leiden oft unter den Verkäufen an Privatkunden. Bei Fahrdienstflotten steht die Erschwinglichkeit über dem Luxus, und die Verbindung einer Marke mit solchen Flotten kann den Eindruck einer geringeren Qualität oder eines geringeren Wertes hervorrufen.

„Wenn eine Marke vorwiegend mit Ride-Hailing in Verbindung gebracht wird, neigt sie dazu, in den Köpfen der Verbraucher einen ‚billigen‘ Ruf zu erlangen, was sich auf den Verkauf privater Fahrzeuge auswirkt.“

Dies ist besonders schädlich auf Chinas wettbewerbsintensivem Markt für Elektrofahrzeuge. Marken wie GAC Aion und Neta verzeichneten aufgrund ihrer Beliebtheit bei Fahrdienstvermittlern einen Rückgang ihrer Einzelhandelsumsätze. Geely vermeidet dieses Problem, indem es die Marke Maple ausschließlich für Fahrvermittlungen nutzt und so sein Kernimage von Geely beibehält.

BYDs Strategie: Isolations- und Wahrnehmungsmanagement

Die Einführung von Linghui durch BYD ist ein kalkulierter Schritt, um seine Ride-Hailing-Modelle von seinem Verbraucherangebot zu isolieren. Indem das Unternehmen diesen Fahrzeugen eine eindeutige Identität verleiht, möchte es verhindern, dass das Stigma „billig“ auf seine margenstärkeren Pkw übergreift. Dieser Ansatz ermöglicht es BYD, beide Märkte zu bedienen, ohne seinen Markenwert zu beeinträchtigen.

Der Erfolg dieser Strategie bleibt abzuwarten, aber sie zeigt ein wachsendes Bewusstsein der Automobilhersteller für die Notwendigkeit, die Markenwahrnehmung in der sich schnell entwickelnden Elektrofahrzeuglandschaft sorgfältig zu steuern.