Saab 9000S: Ein kalkulierter Rückschritt

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Der Saab 9000S von 1987 kam kalkuliert auf den amerikanischen Markt – eine günstigere Variante mit fast zwei Jahren Rückstand auf den leistungsstärkeren 9000 Turbo. Dies war keine typische Produkteinführung. Die meisten Automobilhersteller führen zuerst den Basismotor ein und fügen dann Leistungsversionen hinzu. Saab tat das Gegenteil, brachte den Turbo auf den Markt und später reduzierte er den Preis, um eine Preislücke zu schließen. Dieser unkonventionelle Ansatz war typisch für die schwedische Marke.

Der 9000S hat die gleiche schlanke, aerodynamische Karosserie und den gleichen geräumigen Innenraum wie sein Turbo-Geschwister, allerdings mit einem erheblichen Kompromiss: Leistung.
Während der Turbo über einen turboaufgeladenen 160-PS-Motor und eine Höchstgeschwindigkeit von 140 Meilen pro Stunde verfügte, begnügt sich der 9000S mit 125 PS. Dies wirkt sich spürbar auf die Leistung aus. Der Turbo erreichte 60 Meilen pro Stunde in 7,7 Sekunden; Der 9000S benötigt 9,8 Sekunden und seine Höchstgeschwindigkeit sinkt auf 180 km/h.

Allerdings ist der 9000S nicht ohne Vorzüge. Sein Innenraum ist außergewöhnlich geräumig und wird von der EPA als „großes Auto“ eingestuft, das sogar Luxusmodellen wie dem Rolls-Royce Silver Spur Konkurrenz macht. Dank der Michelin MXV-Reifen fährt es sich gut und sorgt für ein angenehmes Fahrgefühl. Dennoch führt das Fehlen eines Turboladers dazu, dass sich der Motor im Alltagsbetrieb platt anfühlt und nicht mehr reagiert.

Letztendlich ist der 9000S für diejenigen sinnvoll, die Wert auf absolute Leistung legen. Aber für diejenigen, die das volle Saab-Erlebnis genießen möchten, bleibt der Turbo die bessere Wahl. Der Mehrpreis wird durch den unbestreitbaren Vorsprung des Turbo in Bezug auf Geschwindigkeit, Reaktionsfähigkeit und allgemeinen Fahrspaß gerechtfertigt.