Sie sagen, die Meinungsfreiheit endet dort, wo Verleumdung beginnt.
In der chinesischen Autoindustrie wird diese Grenze derzeit mit einem sehr teuren Stift gezogen.
In den sozialen Medien kursieren inzwischen informelle „Klage-Ranglisten“. Sie verfolgen, welche Autohersteller am meisten ausgeben, um Blogger und Content-Ersteller zu verklagen. Der Vorwurf? Verbreitung gefälschter oder schädlicher Informationen über Elektrofahrzeuge.
Wir haben die Gerichte überprüft. Wir haben die Unterlagen geprüft.
Die Zahlen checken.
BYD ist ganz oben auf dem Hügel.
Aufgrund des offengelegten Dollarwerts ihrer Ansprüche sitzt die Marke auf einem Berg von Klagen.
Bisher haben sie sieben große Blogger-Konten übernommen.
Die Gesamtfrage? 6,926 Millionen Yuan. Das sind etwa 1,02 Millionen US-Dollar.
Andere große Namen – Nio, Xpeng, Aito – spielen das gleiche Spiel, aber die Auszahlungsanfragen sind geringer. Zur Zeit.
Wen sie ansprechen
Es geht nicht nur um Hater-Kommentare.
Das ist Handelsrecht. Unlauterer Wettbewerb. Reputationsmanagement.
Bei den Fällen von BYD geht es in der Regel um technische Dinge: die Sicherheit der Blade-Batterie. Hybridsysteme. Wärmemanagement.
Im Grunde möchten sie wissen, ob Ihr Video über die Haltbarkeit ihres Autos auf Fakten oder Panikmache basiert.
Nimm Liu. Er betreibt ein Konto namens „Long Ge Jiang Dian Che“.
Er ist ein Mechaniker, der über Technik spricht. Er hat Videos erstellt, in denen er den Tech-Stack von BYD analysiert. Dann folgten ihm BYD, Aito und sogar Xpeng.
Die Gerichte stellten sich auf die Seite der Marken.
In einem vielbeachteten Urteil vom 16. Mai musste Liu nach einer Berufung zahlen. Zwei Millionen Yuan. (294.000 $). Das Gericht bezeichnete seine Ansprüche als gewerbsmäßige Verleumdung. Er veröffentlichte ein Video, in dem er sich öffentlich entschuldigte.
Allerdings kam er nicht ganz aus der Fassung. Getrennte Entscheidungen bedeuteten, dass er auch Schecks an Aito und Xpeng ausstellen musste.
Wird es immer schwieriger, ein kritischer Autorezensent zu sein? Ja. Aber das ist eigentlich keine rhetorische Frage.
Der Rest des Feldes
BYD verfügt in diesem Gerichtsstreit über den größten Geldbeutel, aber sie sind nicht die Einzigen, die den Hammer schwingen.
Aito (Huaweis Partner, in Medienkreisen oft HIMA genannt) errang Anfang 2026 einen Sieg.
Sie verklagten einen Blogger namens Da Bin. Das Gericht urteilte am 11. Februar. Es kam zu dem Schluss, dass Da Bins Posts zu weit gingen – über die legitime Rede hinaus und in böswilliges Terrain gingen.
Die Kosten für die Grenzüberschreitung: 1,5 Millionen Yuan (220.000 US-Dollar).
Nio ging länger.
Ihr Streit mit der Bloggerin Gu Yubo (Kontoname „Xiao Niu Shuo Che“) zog sich in die Länge. Das Ergebnis war für Gu chaotisch.
Er musste eine 90-tägige öffentliche Entschuldigung abgeben. Jeden einzelnen Tag. Darüber hinaus schuldete er Nio über 600.000 Yuan (88.000 US-Dollar) Schadenersatz.
Die Plattformen verboten ihn schließlich. Permanent.
Dann ist da noch Xpeng.
Sie gewannen letzten September 2025 vor dem Guangzhou Internet Court.
Auch gegen Long Ge (ja, die gleiche Mechanik von früher).
Das Gericht stellte fest, dass er gefälschte Reparaturanleitungen verwendet hatte, um den Ruf von Xpeng zu schädigen.
100.000 Bußgelder (14.000 US-Dollar), gelöschte Inhalte und eine obligatorische Entschuldigung.
Warum Batterien Dinge kaputt machen
Die Klagen finden nicht im luftleeren Raum statt.
Sie finden parallel zu aggressiven Online-Abrisskriegen statt.
Jemand hat kürzlich einen 170-Zellen-Blade-Akku zerlegt. Es lag 40 Stunden lang im Gefrierschrank, bevor es aufgeschnitten wurde.
Kritiker stellten den achtstündigen Abrissprozess in Frage. War die Methodik fehlerhaft?
Das technische Team, das den Test verteidigte, drängte zurück.
Dies fließt in das Drama „Cai Shen Dao“ ein.
Dieser Bericht kritisiert die Batterietechnologie von BYD und vergleicht verschiedene Hersteller.
Gerüchte machen die Runde. Es wird behauptet, dass das Konto möglicherweise heimlich von einem konkurrierenden Batterielieferanten geführt wird.
Kein Beweis. Keine gerichtliche Bestätigung.
Nur Lärm.
Und Lärm verkauft Klicks, bis jemand wegen Verleumdung klagt.
Auf dem heimischen Elektrofahrzeugmarkt ist die Konkurrenz nicht mehr nur auf der Straße. Es steht in den Kommentaren und den Gerichtsakten.
Die neue Normalität
Chinesische Autohersteller haben es satt, die schlechte Presse zu ignorieren.
Während der Markt unter Druck steht, treten Rechtsteams aus dem Schatten.
Sie betrachten Online-Fehlinformationen als direkte Bedrohung für den Markenwert, den sie über Jahre aufgebaut haben.
Es sind nicht nur „Trolle“. Es wird als organisierte Reputationszerstörung angesehen.
Wenn Sie sich also die nächste Zerlegung eines Elektrofahrzeugs ansehen oder die nächste Beschwerde über die Hybridzuverlässigkeit hören, achten Sie auf den Ton.
Beobachten Sie die Behauptungen.
Auch die Anwälte schauen zu.
Und sie sind nicht billig.






























