Jaguar Typ 00: Warum die britische Ikone ihre Zukunft auf ein Elektroauto setzt

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William Lyons hasste Kopien. Als er Jaguar gründete, war die Regel einfach: Bauen Sie ein Auto, das allein steht, ein Kunstobjekt auf vier Rädern. Diese Philosophie hielt die Marke fast neun Jahrzehnte lang zusammen. Angesichts einer harten Realitätsprüfung schneidet Jaguar nun alles ab. Keine ausufernde Aufstellung mehr. Keine inkrementellen Updates mehr. Nur ein Auto. Und eine völlig neue Identität.

Die Marke schwenkt stark auf einen „überschwänglichen Modernismus“ um. Um den Wandel zu signalisieren, stellten sie ein neues Logo vor. Aber die eigentliche Aussage ist nicht das Abzeichen. Es ist der Jaguar Typ 00.

Sie haben es weder in Genf noch in Detroit gezeigt. Sie haben die Automessen komplett ausgelassen. Stattdessen wurde das Konzept während der Miami Art Week veröffentlicht. Das war kein Fehler. Es war eine Nachricht. Der Typ 00 ist nicht nur ein Fahrzeug. Es ist eine physische Manifestation dessen, was Jaguar sein möchte. Kompromisslos. Unerwartet. Spektakulär.

Die Designsprache des Jaguar Type 00 Concept

Die Silhouette ist lang, niedrig und scharf. Mit einer Länge von fünf Metern trägt er das klassische Langhaubenprofil, führt es jedoch mit brutalistischer Präzision aus. Es gibt keine Heckscheiben. Keine Seitenspiegel. Nur saubere Flächen, die ineinander übergehen.

Die Sicht wird durch Kameras gewährleistet, die in Messingbarren untergebracht sind. Dies sind keine statischen Teile. Wenn Sie das Auto starten, entfalten sich die Barren. Sie lassen sich herausziehen und geben den Blick auf das ikonische Emblem des springenden Jaguars direkt vor den Schmetterlingstüren frei. Wenn Sie den Motor abstellen, fahren sie ein. Sogar die vorderen Lufteinlässe verschließen sich, wenn das Auto geparkt ist. Es sieht aus wie eine Skulptur. Es atmet nur, wenn es lebt.

Die Frontpartie ist vertikal, fast aggressiv. Horizontale Linien durchziehen den Kühlergrill, setzen sich über das Dach fort und umschließen das Heck. Die Rücklichter sind keine Cluster. Es handelt sich um durchgehende Linien, die sich über die gesamte Fahrzeugbreite erstrecken.

Aber hier wird das Design seltsam. Und mit seltsam meinen wir mutig.

„Das Interieur ist eine Mischung aus Kunst und Luxus.“

Stein-, Messing- und digitale Totems in der Kabine

Öffnen Sie die hintere Flankenverkleidung. Dahinter steht eine Reihe von „Totems“. Einige sind aus Messing. Andere sind aus Travertinstein oder Alabaster geschnitzt.

Man schaut sie nicht nur an. Du nimmst eins.

Ziehen Sie ein Totem heraus und schieben Sie es in die Mittelkonsole. Das Auto reagiert. Die Umgebungsbeleuchtung verändert sich. Die Bildschirmgrafiken ändern sich. Sogar das Duftsystem passt sich dem eingelegten Material an. Es ist haptische Individualisierung. Sie verändern die Seele des Autos, indem Sie ein Stück Stein einstecken.

Die Kabine fühlt sich schwebend an. Die Sitze scheinen zu schweben. Sie sind in Wolle eingewickelt und haben keine sichtbaren Nähte. Ein Messingstreifen verläuft in der Mitte und verbindet den Innenraum mit den Außenbeschlägen. Es ist minimalistisch, aber stark strukturiert. Nicht jede Oberfläche besteht aus glattem schwarzem Kunststoff. Es ist warm. Es ist taktil.

Elektrische Daten: 1.000 PS und Schnellladung

Unter der Haut ist das Drama reine Elektrizität. Jaguar behauptet, dass der Typ 00 1.000 PS leisten wird. Das ist ein gewaltiges Drehmoment. Genug, um dem schweren Steininnenraum Leichtigkeit zu verleihen.

Die Reichweite ist auf 692 Kilometer (ungefähr 430 Meilen) angegeben. Das ist konkurrenzfähig für einen Luxus-GT. Aber der eigentliche Vorteil ist die Ladegeschwindigkeit. 15 Minuten einstecken und schon erhält man 200 Kilometer Reichweite zurück. Das reicht für eine ernsthafte Cross-Country-Etappe ohne stundenlange Pausen.

Dies ist kein Prototyp, der in einem Museum stehen wird. Jaguar plant, bis Ende nächsten Jahres eine vom Typ 00 inspirierte Serienversion auf den Markt zu bringen. Der Preis ist noch unbekannt, aber angesichts der Materialien und der Positionierung kann man davon ausgehen, dass er hoch ausfallen wird.

Die Marke setzt ihr Überleben auf diese eine Richtung. Keine SUVs, die das Image verwässern. Keine Limousinen, die der Lautstärke nachjagen. Nur hochwertige, elektrische, künstlerische Maschinen.

Es ist ein riskanter Schritt. Es ist auch der einzige sinnvolle Schritt für eine Marke, die sich weigert, irgendjemanden zu kopieren.

Die Frage ist nicht, ob das Auto schön ist. Es geht darum, ob die Welt bereit ist, ein Auto zu kaufen, bei dem die Innenausstattung wie eine Kunstinstallation behandelt wird.

Jaguar ist davon überzeugt. Wir werden sehen, ob der Markt zustimmt, wenn das Serienmodell eintrifft.