Wird Xpeng einen Tesla-Cybertruck-Rivalen bauen? Im Inneren des China-Ute-Mysteriums

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Das Wort ist nicht Pickup. Es ist toll.

Wenn Sie mit einem australischen Publikum sprechen, müssen Sie die Terminologie richtig beherrschen, insbesondere wenn Sie als chinesischer Elektro-Gigant herausfinden möchten, ob es einen Markt für robuste Fahrzeuge gibt. Genau dieses Gespräch führte Xpeng-Vizevorsitzender Brian Gu in Melbourne. Er gab zu, dass das Unternehmen aktiv über den Bau seines allerersten Nutzfahrzeugs nachdenkt.

Es ist ein mutiger Dreh- und Angelpunkt. Xpeng ist für elegante, techniklastige Autos bekannt, nicht für Arbeitstiere. Aber die Daten lügen nicht. Das Ute-Segment macht immer noch etwa 16,6 Prozent der Neuwagenverkäufe in Australien aus. Ja, es ist im Vergleich zum letzten Jahr leicht gesunken, aber es ist immer noch enorm. Ford Ranger hat gerade das Tesla Model Y zwei Monate in Folge als Verkaufsschlager entthront. Toyota HiLux war von 2016 bis 2022 das Sagen.

Was ist also Xpengs Standpunkt?

Warum Xpeng den Ute-Markt im Auge behält

Hier ist das Ding. China macht keine Uten. Man sieht sie nicht durch Shanghai fahren. Aber schauen Sie sich Lateinamerika, Afrika und den Nahen Osten an. Schauen Sie sich Australien an. Diese Orte lieben das Format.

„Wir überlegen, ob es ein Format ist, das wir entwickeln wollen.“

Es ist kein beiläufiger Gedanke. Xpeng will neue Segmente schaffen. Derzeit gibt es in Australien kein Luxus-Doppelkabinenfahrzeug mit Leiterrahmen. Es ist eine Marktlücke.

Aber es gibt eine große technische Hürde. Die aktuelle Produktpalette von Xpeng verwendet wie der G9L und der massive GX (der länger als ein LandCruiser ist) eine Monocoque-Konstruktion. Autokarosserien. Keine LKW-Rahmen.

Utes brauchen eine Karosserie-auf-Rahmen-Konstruktion. Leiterrahmen. Sie sind zum Schleppen gebaut, für Langlebigkeit und für den harten Einsatz. Der GX ist zwar groß, aber kein Ranger.

Das Fahrwerksproblem und die Volkswagen-Wildcard

Kann Xpeng einfach eine LKW-Ladefläche auf eine vorhandene Plattform bauen? Nein. Gu gab zu, dass die Anforderungen an das Fahrwerk völlig unterschiedlich sind. Es braucht einen völlig anderen Entwicklungsprozess.

Könnten sie sich Technik ausleihen? Volkswagen ist Investor bei Xpeng. Der VW Amarok teilt sich eine Leiterrahmenplattform mit dem Ford Ranger. Das ist ein bewährtes System.

Aber hier ist der Haken. Diese Plattform ist Teil eines kommerziellen Sharing-Deals zwischen Ford und VW. Es ist unwahrscheinlich, dass VW diese Pläne an Xpeng übergeben würde, auch wenn Ford-Chef Jim Farley Xpeng einst dafür lobte, „es richtig gemacht zu haben“.

Sie sind also auf sich allein gestellt. Oder sie suchen nach seltsamen Alternativen.

Ist der Tesla Cybertruck der wahre Rivale?

Auch der Cybertruck von Tesla ist nicht auf einem Leiterrahmen aufgebaut. Es verwendet eine Exoskelettkonstruktion. Edelstahlhaut übernimmt die schwere Arbeit.

Wenn Xpeng einen Kleinlastwagen baut, wird dieser nicht unbedingt wie ein herkömmlicher Lkw aussehen. Es könnte eher wie ein Cybertruck aussehen. Oder wie ihr Land Aircraft Carrier, die maßgeschneiderte Plattform, die sie für ihr Flugautoprojekt nutzen. Das ist weit entfernt von einem HiLux.

Gu hat den Antriebsstrang nicht bestätigt. Wird es vollelektrisch sein? Oder wird es ihre „Kunpeng“-Technologie mit erweiterter Reichweite nutzen? Beide kommen nach Australien. Die Reichweitenangst reiner Elektrofahrzeuge ist schließlich immer noch ein Problem bei der Fernarbeit.

Wohin führt uns das?

Lexus sagte auf der Tokyo Auto Show ohne Umschweife, dass sie kein HiLux-Äquivalent herstellen würden. Toyota bleibt dem Leiterrahmen treu und bietet ab 2028 Hybrid-, Elektro- und bald auch Wasserstoffvarianten an. Sie kennen ihr Publikum.

Xpeng vermutet. Aber wenn sie es richtig machen, bekommen sie nicht nur eine Ute. Sie ermöglichen auch eine geländetaugliche SUV-Architektur. Ford nutzt die Knochen des Ranger für den Everest-SUV. Eine robuste Plattform erschließt mehrere Fahrspuren für den Verkehr.

Gu sagte, sie wollen Fahrzeuge, die auf der Autobahn und mit begrenzten Geländestücken zurechtkommen. Nicht nur urbanes Cruisen.

Und der Ehrgeiz geht über Australien hinaus. He Xiaopeng, CEO von Xpeng, sagte, die USA seien ein Markt, den man betreten müsse. Amerika liebt Lkw mit Aufbau. Sollte sich die US-Politik ändern, ist Xpeng bereit, dort Fabriken zu eröffnen.

Werden wir also ein chinesisches Elektrofahrzeug sehen? Wahrscheinlich.

Die Frage ist, ob es ein robustes Werkzeug für die Arbeit oder nur ein weiteres glänzendes Lifestyle-Statement sein wird. Wir werden sehen.