Kia EV4 GT-Test: Ist das der erste echte elektrische Golf-GTI-Rivale?

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Wir haben die Kleinen gesehen. Wir haben riesige, gefühlvolle Biester wie den Hyundai Ioniq 5N gesehen. Aber das wahre Herzstück – der traditionelle fünftürige, fünfsitzige Hot Hatch in der Größe eines Volkswagen Golf – fehlt in der Elektroszene.

Jahrelang war die Ausrede einfach. Die Batterien sind leer. Sie können sie nicht unter einer tief sitzenden Motorhaube verstecken, ohne die Dachlinie zu einem Minivan zu machen. Also haben wir Crossovers bekommen. Homogenisierte, kastenförmige Frequenzweichen.

Diese Ausrede ist langweilig.

Der Kia EV4 kam als erstes echtes Familien-Fließheckmodell im Zeitalter der Elektrofahrzeuge auf den Markt. Und jetzt hat Kia das Messer verdreht. Es verwandelte den EV4 in einen Hot Hatch. Konkret handelt es sich um eine elektrische Hot Hatch in der Größe eines Golf GTI.

Ist der Kia EV4 GT das Original?

Es ist niedrig. Es ist schnell. Es ist 1496 mm hoch. Das ist wichtig. Der Cupra Born? Größer. Volkswagen ID.3? Größer. MG 4? Größer. Selbst der verspielte Alpine A290 unterschreitet diese 1500-mm-Grenze nicht.

Das fühlt sich wie ein Wendepunkt an. Nicht nur für Kia, sondern für das Segment.

Unter der Haut

Mechanisch ähnelt der EV4 GT dem neuen EV3 GT. Es ist Teil einer Drei-Wagen-Offensive, die 2026 startet und durch den größeren EV5 GT ergänzt wird. Aber dieser fühlt sich am überzeugendsten an.

Warum jetzt so viele GTs?

Manfred Harrer, Forschungs- und Entwicklungschef von Kia, gab zuvor eine harte Wahrheit zu. Die jüngsten Entwürfe des Unternehmens waren begehrenswert. Schön. Aber es fehlte ihnen an Dynamik. Sie fuhren nicht so hart, wie sie aussahen.

Das GT-Abzeichen ist die Antwort. Und der EV4 GT ist der Proof of Concept.

Es hat 288 PS. Das kommt von zwei Motoren. Frontmotor: 194 PS. Standard-EV4-Leistung. Heckmotor: zusätzlich 94 PS.

Allradantrieb.

Ist es also ein GTI oder ein R?

Er fährt sich eher wie ein Golf R. Es liegt nicht nur am Allradantrieb. Es ist die Einstellung.

Das Laufwerk

Kia hat nicht nur Leistung hinzugefügt. Es hat die Federung geändert.

Neue Federn. Neue Ventile für die Drei-Modus-Dämpfer. Der Unterschied ist spürbar. Das Auto suhlt sich nicht. Es schwimmt nicht.

Fühlt es sich an wie ein Golf R?

Irgendwie. Es bietet lobenswerten Komfort. Es bewältigt Unebenheiten mit Anmut. Aber hart drängen? Es packt. Es hält seine Linie.

Doch die Grenzen erzählen die Geschichte.

Die Körperbeherrschung ist nicht so ausgeprägt. Der Grip ist nicht ganz so ultimativ. Haltung? Es ist knapp, aber die deutsche Ikone hält immer noch die Krone in Sachen reiner Fahrdynamik.

Der 288 PS starke EV4GT vermittelt den Eindruck eines Golf R und vereint Komfort mit Grip, auch wenn er letztendlich nicht an die absolute Souveränität des deutschen Autos herankommt.

Es ist schneller vom Band als die meisten anderen. Das Drehmoment ist sofort vorhanden. Die Traktion ist da. Aber wenn der Asphalt rau wird oder die Kurven enger werden, merkt man den Kompromiss.

Es ist eine kompetente Hot Hatch. Es ist ein echter Elektrokünstler. Aber lohnt es sich, einen getunten Verbrennungsmotor zu kaufen?

Vielleicht. Es ist nah.

Aber der Weg endet hier nicht. Kia kommt für den Rest des Marktes. Und die Messlatte ist gerade niedriger geworden.