Porsche hat mit der Einführung des 911 GT3 S/C offiziell eine langjährige Lücke in seiner Hochleistungspalette geschlossen. Diese neue Cabrio-Variante markiert das erste Mal, dass ein GT3-Modell dauerhaft als offene Option angeboten wird und weicht damit von der Tradition ab, solche Modelle nur als limitierte Sammlerstücke auf den Markt zu bringen.
Eine dauerhafte Ergänzung der GT-Familie
Im Gegensatz zu den spezialisierten „Speedster“-Modellen, die typischerweise in streng limitierten Stückzahlen produziert werden, soll der GT3 S/C ein dauerhafter Bestandteil im Porsche-Katalog sein.
Andreas Preuninger, Leiter der GT-Abteilung von Porsche, stellte fest, dass das Unternehmen zwar seit der Generation 997 Ambitionen hege, ein GT3-Cabriolet zu entwickeln, dies jedoch aufgrund von Produktionsbeschränkungen zuvor unmöglich gewesen sei. Mit der Verschiebung des Produktionszyklus des GT3 RS verfügt Porsche nun über die operativen Kapazitäten, dieses offene Liebhaberauto in sein reguläres Angebot zu integrieren.
Technik und Leistung: Das „Cabster“-Konzept
Der S/C ist auf reinen Fahrspaß ausgelegt, was sich in seinen mechanischen Spezifikationen widerspiegelt:
- Motor: Ein 4,0-Liter-Sechszylinder-Boxermotor mit 503 PS. Während neue Emissionshardware die Leistung im Vergleich zum S/T leicht um 15 PS reduziert hat, behält der Motor seinen Hochdrehzahlcharakter bei und dreht bis zu 9.000 U/min.
- Getriebe: Um der Fahreranbindung Vorrang zu geben, ist das S/C ausschließlich mit einem eng übersetzten Schaltgetriebe erhältlich.
- Dachmechanismus: Der S/C unterscheidet sich von den manuellen Verdecksystemen früherer Speedster und verfügt über ein elektrisch klappbares Dach. Dadurch wird das Auto alltagstauglicher – eine Eigenschaft, die Preuninger scherzhaft als „Cabster“ bezeichnet.
Trotz des zusätzlichen elektrischen Dachs hat Porsche hart daran gearbeitet, das Gewicht des Fahrzeugs in den Griff zu bekommen. Mit 1.497 kg ist der S/C nur 28 kg schwerer als das Standard-GT3-Coupé. Um das Gewicht des Dachmechanismus auszugleichen, verwendete Porsche:
– Kohlefaserverstärkter Kunststoff (CFK) für Motorhaube, vordere Kotflügel und Türen.
– Der Ausbau der Rücksitze.
– Standardmäßige Carbon-Keramik-Bremsen.
Fahrdynamik und Geschwindigkeit
Da der Gewichtsnachteil minimal ist, hat Porsche die gleichen Feder- und Dämpferraten wie bei der Coupé-Version beibehalten, um sicherzustellen, dass das Fahrverhalten konstant bleibt. Das Auto verfügt außerdem über versetzte 20-Zoll- und 21-Zoll-Magnesiumräder und eine Hinterachslenkung.
Interessanterweise bietet die Aerodynamik des S/C einen einzigartigen Leistungsvorteil. Da ihm der große feststehende Heckflügel des Coupés fehlt, ist er schlanker, was zu einer etwas höheren Höchstgeschwindigkeit von 310 km/h führt. Er erreicht eine Sprintzeit von 0–100 km/h von 3,9 Sekunden und entspricht damit seinem Gegenstück mit festem Dach.
„Es ist für diejenigen, die etwas Speedster-artiges wollen, aber mit einem Automatikverdeck … Handschaltgetriebe sind für Fahrer wichtig.“ — Andreas Preuninger, GT-Bereichsleiter
Zusammenfassung
Der 911 GT3 S/C stellt einen strategischen Wandel für Porsche dar und verwandelt ein Nischenkonzept in limitierter Auflage in ein praktisches, leistungsstarkes Standbein. Durch die Kombination von Leichtbaumaterialien mit einem elektrischen Dach und einem Schaltgetriebe möchte Porsche den Enthusiasten ein benutzerfreundlicheres, aber ebenso intensives Fahrerlebnis bieten.
