Die USMCA-Uhr tickt

13

Trump wird den Deal nicht verlängern.

Das Abkommen zwischen den USA, Mexiko und Kanada bleibt bei der Lebenserhaltung, nicht weil es allen gefällt, sondern weil Washington auf die Bremse getreten ist. Es löst einen 10-jährigen Überprüfungsprozess aus. Das bedeutet, dass der Deal bis 2036 bestehen bleibt, wenn niemand einer Verlängerung zustimmt. Oder wenn einer von uns seine Meinung ändert.

Mit einer Kündigungsfrist von sechs Monaten sind Sie raus. Jederzeit.

Das Autospiel

Hier ist der Haken. Autos.

Das Trump-Team möchte, dass sich die Ursprungsregeln ändern. Derzeit müssen 75 % Ihres Fahrzeugs aus nordamerikanischen Teilen bestehen, um hohe Zölle zu vermeiden. Einfache Mathematik. Vorzugsbehandlung.

Washington will 82 %.

Sie wollen außerdem, dass die Hälfte dieses Anteils – insgesamt 50 % – ausschließlich aus amerikanischem Boden stammt. Hier geht es um Lieferketten. Und Hebelwirkung.

Die USMCA schreibt vor, dass 75 % eines Autos vor Ort gebaut werden müssen, um der Hitze zu entgehen.

Wenn Sie diese Marke verfehlen, zahlen Sie. Ein Zollsatz von 27,5 % auf den ausländischen Wert des Autos. Die alten 2,5 % plus eine brandneue Strafe von 25 % für „Global Sourcing“.

Wer gewinnt? Wer verliert?

Inländische Hersteller wie Ford und GM stecken in der Mitte. Ihr Rat sagt, die Integration sei gut für das Geschäft. „Enorme Wettbewerbsvorteile.“ Sicher. Aber sie machen sich Sorgen über die nicht konformen Importe. Länder, denen Pauschalzölle von 15 % ohne strenge Ursprungsregeln drohen? Diese Importe unterboten die US-Fließbänder. Sie wollen Gewissheit. Investoren hassen Unklarheiten. Kapital ist Angstgeld.

Ausländer jubeln

Mittlerweile lieben die internationalen Marken das aktuelle Setup.

Autos Drive America – im Grunde die Lobby ausländischer Autogiganten in den USA – nannte es einen Erfolg. Es heißt, Milliarden seien in US-Fabriken geflossen. Tausende Arbeitsplätze wurden geschaffen.

„Wir fordern die Staats- und Regierungschefs dringend auf, die bestehende Partnerschaft zu bewahren“, heißt es in ihrer Erklärung. Stabilität. Vorhersagbarkeit. Dinge, an denen die Branche seit sechs Jahren Freude hat.

Kanada will den Deal verlängern.
Mexiko will es verlängern.
Die USA sagen nein. Noch nicht.

Trump nannte dies einmal das „wichtigste Handelsabkommen aller Zeiten“. Fünf Jahre später behandelt er es wie einen Vorschlagsentwurf. Die Ironie ist stark genug, um sie aufs Brot zu verteilen.

Die nächsten Gespräche finden am 20. Juli in Mexiko statt. Halten Sie nicht den Atem an, um eine schnelle Lösung zu finden. Es wird ziehen. Das tut es immer.

Die Frage ist nicht, ob der Deal Bestand hat.
So sieht es aus, wenn es so ist.